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Die Privatplastik des Alten Reiches |
Nicht nur Könige ließen sich in der Rundplastik
abbilden, sondern auch Privatleute. Erst ab der 3. Dynastie gilt
unter den Privatleuten die Tradition, sich Grabstatuen anfertigen zu
lassen, als gesichert. Zweck dieser Sitte war es, nicht gesehen zu
werden, sondern eher einen Ersatzkörper zu schaffen, der im Rahmen
des Totenkultes die von den Trauernden in der Grabkammer
niedergelegten Speisen und Getränke, genießen konnte. Um den
Grabherren würdevoll zu vertreten und die Nahrungsaufnahme zu
gewährleisten, wurde seine Grabstatue mit den identischen
Gesichtszügen abgebildet, mit seinem Namen versehen und das
Mundöffnungsritual durchgeführt.
Die Grabstatue stand nicht für alle sichtbar in einem kleinen Raum,
dem Serdab, der über einen Sehschlitz in Augenhöhe der Statue
verfügte und durch den die Statue auf die Gaben blicken konnte.
Während der 3. Dynastie stand zunächst nur eine Statue in einem
Serdab, in der 5. Dynastie bereits wurden zahlreiche und auch
größere Statuenkammern für Einzelstatuen und Statuengruppen
ganzer Familien mit Kindern angelegt.
Männliche Personen, die Familienoberhäupter, wurden durch ihre
Größe und durch den braunen Farbton ihrer unbekleideten Haut
deutlich hervorgehoben. Dazu entwarfen die Bildhauer
zahlreiche, kanonische Haltungsformen für die Inhaber der
Grabstatuen. |

Statuengruppe des Kaipuptah
und der Ipep, 5. Dynastie, Kunsthistorisches Museum Wien
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Zu den Standfiguren zählen die
Darstellungen aufrecht stehender Personen mit geschlossenen
Beinen sowie die Figuren in der
"Pseudoschrittstellung" mit vorangestelltem linken Bein.
Die Arme liegen durch stehen gebliebene Stege des Steinkerns
ausgestreckt oder gewinkelt eng am Körper an. Die Hände sind
entweder zur Faust geballt oder liegen glatt ausgestreckt am eigenen
Körper oder an dem des daneben Stehenden. |
| Zur Stabilisierung der Standfiguren
wurde bei ihrer Herstellung entweder ein einzelner aufrecht
stehender Stützpfeiler oder bei Gruppen eine gemeinsame
Rückenplatte stehen gelassen. |

Statue des Snofrunefer, 5. Dynastie,
Kunsthistorisches Museum Wien
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Sitzstatue des Redief, 6. Dynastie,
Kunsthistorisches Museum Wien
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In einer Sitzfigur sitzt der
Abgebildete auf einem quaderförmigen Sitz mit kurzer oder ohne
Rückenlehne und hat seine Arme angewinkelt am Körper oder flach
auf dem Oberschenkeln abgelegt. Für die Handhaltung sind
unterschiedliche Varianten bekannt. Die Hände können flach
ausgestreckt sein, zu Fäusten geballt am Oberkörper oder auf dem
Oberschenkel liegen oder eine der beiden Hände als Faust auf der
Handunterseite stehen. |
| Die Kniefiguren zeigen den
Dargestellten entweder ehrfürchtig in meist betender Haltung mit
aufrechtem Oberkörper auf den Fersen sitzend, oder bei der
handwerklichen Arbeit in gebückter Haltung niederknien. |

Kornmahlende Dienerin, 6. Dynastie,
Kunsthistorisches Museum Wien
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Diener beim Abdichten eines Kruges,
5. Dynastie, Ägyptisches Museum Kairo
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Eine weitere Haltung ist
das Hocken während einer handwerklichen Tätigkeit, wie hier das
Bierbrauen, die ebenfalls
in den Darstellungen wiedergegeben wird. |
| Seltener dagegen gibt es Statuen,
die den Dargestellten als "asymmetrisch Hockenden"
mit einem angewinkelten und einem aufgestellten Knie zeigen. |

"Asymmetrisch Hockender" Ni-Anch-Re,
11. Dynastie,
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Die Figuren im
"Schneidersitz" |
| Schreibende oder lesende Beamte
sitzen in der Schreiberhaltung, um ihre Tätigkeit auszuüben. Mit
gekreuzt untergeschlagenen Beinen sitzen die Schreiber im
sogenannten "Schneidersitz". Gelegentlich werden sie auch
mit einer unphysiologischen Fersenhaltung, bei der die Fersenunterseite
nach oben zeigt, abgebildet. |

Schreiberstatue des Henka, 5. Dynastie,
Ägyptisches Museum Berlin Charlottenburg
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Schreiberfigur des Kai, 5. Dynastie,
Louvre Paris
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Schreiberfigur, 5. Dynastie,
Ägyptisches Museum Kairo
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